Univ.-Prof. Dr. med. Esther Pogatzki-Zahn

Vita

Esther Pogatzki-Zahn leitet als W3 Professorin den schmerzmedizinischen Lehrstuhl am Universitätsklinikum Münster (UKM). Neben ihrer klinischen Tätigkeit am UKM lehrt sie an der Universität Münster, und leitet die wissenschaftliche Arbeitsgruppe “Translationale Schmerzforschung”. Ihre Forschungsthemen konzentrieren sich auf periphere und zentrale Mechanismen der Schmerzentstehung und Chronifizierung, insbesondere bezüglich postoperativer, tumorbedingter, neuropathischer und Endometriose-bedingter Schmerzen. Hierbei wendet sie mit ihrem Team verschiedenste Methoden der Grundlagenwissenschaften an, leitet klinische Studien, unter anderem nationale und internationale multizentrisch-prospektive und/ oder randomisiert-kontrollierte Studien, und Konsortien zum Thema Schmerz und beschäftigt sich mit der Identifizierung von Biomarkern für die Prädiktion und Prävention von Schmerzen. Weitere Themengebiete ihrer wissenschaftlichen Arbeit sind die methodische Verbesserung experimenteller und klinischer Studien, evidenzbasierte Medizin, und geschlechtersensible Forschung. Sie ist z.B. Koordinatorin eines BMFTR-geförderten Endometriose-Forschungsprojektes, leitet zwei BMFTR geförderte Studien zur Geschlechtersensiblen Medizin im Rahmen der Schmerzforschung, leitet eine Presidential Task Force der IASP zur Entwicklung von Empfehlungen für die Planung, Durchführung und das Reporting von schmerzspezifischen tierexperimentellen Studien, und beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit der Prädiktion und Prävention von chronischen Schmerzen. Sie ist Mitglied der internationalen PROSPECT Initiative unter Schirmherrschaft der ESRA, die evidenz-basierte Empfehlungen für die postoperative Schmerztherapie ausarbeitet, und leitet die Entwicklung einer internationalen Leitlinie zur Therapie perioperativer Schmerzen der ESAIC. Sie wurde 2018 in das Präsidium der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. als Schriftführerin und 2017 ins Council der IASP gewählt, leitet die Forschungsgruppe der EFIC seit 2024 als Vorsitzende und ist in weiteren Kommissionen und Arbeitsgruppenvon Fachgesellschaften aktiv, u.a. der Forschungskommission der Deutschen Schmerzgesellschaft. Im Jahr 2024 wurde sie als President elect der EFIC gewählt und beginnt Ende 2026 ihre 3jährige Präsidentschaft. Sie ist seit 2020 Deputy-Editor in Chief des European Journal of Anaesthesiolgogy und Section Editor für das Eur J Pain. 2023 war sie Kongresspräsidentin und SPC Chair des EFIC Kongresses in Budapest. Sie hat selber mehr als 200 Original-Peer-Review-Manuskripte, 50 Review-Artikel / Editorials und 16 Buchkapitel publiziert und 3 Bücher herausgegeben (h-Index: 59).

Warum kandidiere ich? Was möchte ich im Falle meiner Wahl bewirken?

Seit vielen Jahren fühle ich mich der Deutschen Schmerzgesellschaft sehr verbunden. Den Einstieg fand ich durch den Arbeitskreis Akutschmerz vor ca. 20 Jahren; mittlerweile bin ich durch Arbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen und ad-hoc Kommissionen (u.a. Forschungskommission, deren Sprecherin ich 6 Jahren lang war bevor ich dieses Amt auf Grund meiner zunehmenden internationalen Gremienarbeiten abgegeben habe), 4 Jahren als Schriftführerin und seit 4 Jahren als Schatzmeistern im Präsidium aktiv in die Gesellschaft eingebunden. Thematisch möchte ich insbesondere eine Verbesserung der Prävention und Therapie chronischer Schmerzen politisch in Deutschland voranbringen; dies ist momentan wichtiger denn je, da die neue Krankenhausreform die Versorgungslage deutlich verschlechtert. Ich möchte dazu beitragen, die sektorenübergreifenden schmerztherapeutischen und präventive Ansätze zu stärken bzw. gesundheitspolitisch an der Umsetzung zu arbeiten. Ein bereits erarbeitetes Beispiel ist das Curriculum zur Weiterbildung von Ärzten zur Schmerzmedizinischen Grundversorgung, dass mit dem Fachbeirat der Deutschen Schmerzgesellschaft entwickelt und von der Bundesärztekammer anerkannt worden ist.  In NRW haben wir die initialen Grundpfeiler für diese Weiterbildung bereits vor Jahren gesetzt, und ich möchte mich maßgeblich nun für eine flächendeckende Umsetzung in Deutschland einsetzen. Hieran knüpft sich ebenfalls das Schaffen notwendiger interdisziplinärer Strukturen für ambulanten Versorgungsstrukturen zur frühzeitigen Vermeidung chronischer Schmerzverläufe an, das mir ein wichtiges Anliegen ist. Weiterhin engagiere ich mich insbesondere für den Nachwuchs in der Deutschen Schmerzgesellschaft und versuche durch meine Verbindung zur EFIC, in der ich seit ca. 10 Jahren ebenfalls sehr aktiv bin, diese und weitere Aktivitäten weiter in den Fokus meiner Arbeit zu rücken. Hierzu gehört auch die Stärkung einer besseren Vernetzung von an der Forschung begeisterten Klinikern und Wissenschaftlern. Meine Arbeit in der EFIC ermöglicht es mir auch, Verbindungen zwischen diesen beiden Gesellschaften zu vertiefen und Netzwerke verstärkt zu ermöglichen. Meine jetzigen Aktivitäten innerhalb der Deutschen Schmerzgesellschaft, so wie meine Vernetzung in die internationalen Schmerzgesellschaften, plane ich in meiner nächsten Zeit im Präsidium der Deutschen Schmerzgesellschaft zu intensivieren und damit unsere Gesellschaft erfolgreich durch die Jahre 2027 und 2028 zu bringen. Nicht zuletzt versuche ich als Schatzmeisterin auch, die Beständigkeit der finanziellen Situation der Deutschen Schmerzgesellschaft zu verstätigen und eine gute Balance für Investitionen in innovative Aktivitäten auf klinischer, wissenschaftlicher und politischer Ebene zu finden.