POET-Pain

Als Konsortialführer hat die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. aus Mitteln des G-BA-Innovationsfonds das Projekt POET PAIN bewilligt bekommen, welches am 1. Februar 2021 beginnen wird. Lesen Sie nachfolgend die Projektbeschreibung:

POET Pain Prävention operationsbedingter anhaltender Schmerzen durch Einführung eines perioperativen „Transitional Pain Service"

In Deutschland wurden im Jahr 2017 mehr als 7 Millionen Patienten stationär operiert. Akute Schmerzen nach Operationen sind ein bekanntes Problem. Weniger Aufmerksamkeit erhalten bisher chronische postoperative Schmerzen – obwohl man weiß, dass diese nach bestimmten Operationen häufig auftreten, etwa bei großen Operationen am Brustkorb oder im Bauchraum. Neben der Art der Operation beeinflussen auch Begleiterkrankungen der Patienten sowie psychosoziale Faktoren die Entwicklung postoperativer Schmerzen.

Hier setzt das Projekt POET-PAIN an: Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Pflegekräften soll die Patienten vor einer geplanten Risiko-Operation untersuchen und die Wahrscheinlichkeit einer postoperativen Schmerzchronifizierung einschätzen. Auf dieser Basis erstellt das Team einen individuellen und modularen Behandlungsplan für die stationäre Versorgung der Risiko-Patienten. Diese werden nach der Operation psychologisch betreut und sollen Selbstkontroll- und Problemlösungsstrategien gegen den Schmerz entwickeln. Zudem werden den Patienten ein individuell abgestimmtes Physiotherapieprogramm und ein Pflegemodul angeboten. Eine eHelathCare-App unterstützt sie nach ihrer Entlassung aus der stationären Behandlung über einen Zeitraum von sechs Monaten bei der Durchführung aller Teilmodule.
Um den Erfolg der neuen Versorgungsform zu beurteilen, werden die erzielten Ergebnisse mit den Resultaten aus Kontrollgruppen verglichen, die eine herkömmliche Versorgung erhalten. Eine Kontrollgruppe besteht aus Patienten mit einem erhöhten Chronifizierungsrisiko und die zweite Kontrollgruppe aus Patienten ohne ein erhöhtes Chronifizierungsrisiko. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 7,1 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann die Chronifizierung von Schmerzen nach großen operativen Eingriffen vermindert werden. Die neue Versorgungsform könnte Teil der Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen werden. Dadurch ließen sich die Gesundheitskosten senken, die durch häufigere Arztbesuche und notwendige Schmerzmedikation sowie durch assoziierte Kosten – beispielsweise häufigere Arbeitsunfähigkeit – entstehen.